Leppin - Landschaft

750 Jahre Marnitz - Kurzvorstellung

Ruhner Berge

Guten Morgen! 😊 Diese Woche feiern wir in einem unserer Ortsteile ein besonderes Ereignis. 🎊 Die Ortschaft Marnitz wird 750 Jahre alt! 

 

Auschlaggebend dafür ist das Jahr 1275, in welchem Marnitz erstmals urkundlich als Merniz erwähnt wurde. Ein genaueres Gründungsjahr ist nicht bekannt. Der Ort muss seinen Ursprung aber bereits zuvor in der Wendenzeit haben. Dies gaben Untersuchungen Preis, welche unsere Burg auf das 10. bzw. 11 Jahrhundert schätzen. Der Name stammt vom altslawischen mirŭ für Frieden ab und bedeutet "friedlicher Ort".

 

Nach andauernden Auseinandersetzungen zwischen den Grafen von Schwerin und den Markgrafen von Brandenburg erwarb Herzog Albrecht 1358 Burg und Land Marnitz, wodurch die Gegend mecklenburgisch wurde.

Doch auch danach kehrte keine Ruhe ein und es kam weiterhin zu kriegerischen Handlungen zwischen Mecklenburgern und Brandenburgern. 

Im Jahre 1373 musste der Herzog Marnitz an seine Ritter von Plessen verpfänden, weil er die Kriegskosten aufgrund anhaltender Fehden und Räubereien an sie nicht mehr zahlen konnte. 

 

Ab 1505 gehörte Marnitz dann dem Adelsgeschlecht Bülow. Herzoglich wurde Marnitz dann wieder im Jahr 1627. 

 

Im Zeitraum der Jahre 1731 bis 1788 wurde die Gegend an Preußen verpfändet und von diesen besetzt gehalten. Währenddessen wütete 1750 ein großes Feuer im Ort, welches insgesamt 28 Gebäude (inkl. Küsterei und Pfarrei) zerstörte. 

1806 musste der Ort aufgrund französischer Besatzung noch einmal schlimme Zeiten durchleben. Es wurden alle Häuser geplündert und Vieles zerstört. Auch die Versorgung der Truppen war eine große Last und viele Marnitzer flohen in die Mooster. 

 

Auch diese Ereignisse änderten jedoch nichts daran, dass der Ort schon immer zentrale Funktionen inne hatte. So schließten sich das Amt Marnitz und Lübz 1812 zum Dominalamt Lübz-Marnitz zusammen und vereinten sich somit mit ca. 50.000 ha zum größten mecklenburgischen Amt dieser Zeit. 

 

1866 begann man mit der Errichtung der Chaussee Parchim - Putlitz, wodurch an der heutigen Straße des Friedens viele neue Gebäude entstanden (1878 die erste Poststelle und 1890 die Molkerei). 

Der große wirtschaftliche Aufschwung erfolgte jedoch mit dem Einzug des Güterverkehrs im Jahr 1912. Wirtschaft und Kultur florierten. 

 

Doch auch an Marnitz gingen die Folgen des 1914 einsetzenden I. Weltkrieges nicht spurlos vorbei. Die Mobilmachung erfolgte und auch viele Freiwillige zogen in den Krieg, um zuvor Geschaffenes zu verteidigen. Daraufhin fehlte es an Arbeitskräften in Landwirtschaft sowie Handwerk. Die Schatten des Krieges wie Entbehrungen und Opfer hielten Einzug. 

 

Nach Ende des Krieges 1918 brach die Revolution in Mecklenburg herein. Der Kaiser dankte ab und der Thronverzicht des Großherzogs machten Mecklenburg zum Volksstaat. Auch die Marnitzer Bürger waren nun frei und durften ab dem 21. Lebensjahr erstmals frei wählen. 

Im Jahr 1920 wurde Marnitz dem Kreis Parchim zugewiesen. In Gedenken an die Opfer des I. Weltkrieges wurde das Kriegerdenkmal dann 1921 auf dem Platz des ehemaligen Dorfteiches errichtet.

 

Doch mit dem verlorenen Krieg stieg auch die Geldinflation. Weltwirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit führten zu Obdachlosigkeit. 

Dies war ein guter Nährboden für die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933. 

Auch in Marnitz gab es feierliche Aufmärsche in SA-Uniformen und mit Hakenkreuzflaggen. 

Unter der Hitler-Regierung erfolgte wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung, was 1938 auch durch den Beginn des Baus der Autobahn Berlin-Hamburg durch unser Gemeindegebiet spürbar wurde. 

 

In der Zwischenzeit erfolgte mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Marnitz 1934 ein wichtiges Ereignis für die Ortschaft.  

 

1939 begann dann der II. Weltkrieg. 106 Männer versammelten sich am Marnitzer Bahnhof, um in den Krieg zu ziehen. 

Mit dem Ende des Krieges zog der Todesmarsch aus dem KZ Sachsenhausen 1945 durch die Ortschaft. Den zahlreichen Opfern gedenkt man mit dem Mahnmal an der Straße des Friedens. 

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde man Teil der sowjetischen Besatzungszone. Es erfolgte ein Zusammenbruch auf allen Gebieten des Lebens. Die Eisenbahnstrecke wurde als Reparationszahlung demontiert und man verlor eine wichtige Verkehrsader. Auch der Flüchtlingsstrom riss nicht ab. 1946 machte der Anteil der Flüchtlinge an der Bevölkerung in Marnitz knapp 50 % aus. Einheimische mussten ihre Nahrung sowie Hab und Gut mit den Heimatlosen teilen. Hunger und Seuchen kamen auf. 

 

Mit der Bodenreform 1945 sollte ein schneller Aufbau der Landwirtschaft erfolgen. Dabei wurden Grundbesitzer mit über 100 ha enteignet und die Ländereien an landarme oder landlose Bauern verteilt. 

 

1959 wurde die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet. 

Infolge verlor auch das in Marnitz vorherrschende, kleinbetriebliche Handwerk immer mehr an Bedeutung. Arbeiter fuhren oder zogen fortan in die Stadt, um zu arbeiten (z. B. Hydraulik- oder Metallformwerk Parchim). 

 

Seit der Wende 1990 gehört Marnitz zum Land Mecklenburg-Vorpommern und nach Auflösung des Amtes Marnitz ab dem 1. Juli 2004 zum Amt Eldenburg Lübz.

 

Mehr zur Geschichte findet ihr auf unserer Website oder in der App. Viel Spaß beim Lesen! 😊

 

 

Bild zur Meldung: 750 Jahre Marnitz - Kurzvorstellung

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